Chronik

 

 

Chronik des Musikverein Herforst 1933 e.V.

Im Jahre 1933 wurde der Musikverein Herforst durch 11 junge Männer gegründet. Dies waren: Nikoalus Conrad, Franz Ewertz, Johann Ewertz, Peter Geimer, Fritz Meiers, Peter Meiers, Philipp Pick, Peter Pitsch, Nikolaus Scharding, Matthias Schillen und Peter Seitz. Zum Vorsitzenden ernannt wurde Peter Meiers, der diese Funktion bis 1958 ausübte.
Schon bald gesellten sich zu den Gründungsmitgliedern weitere junge Männer mit Interesse an der Blasmusik hinzu. Dabei war es gerade in einer Zeit finanzieller Knappheit nicht immer leicht, sich die teuren Musikinstrumente zu leisten.

Doch mit viel Idealismus, Pragmatismus und Begeisterungsfähigkeit meisterte man die Situation und es entstand eine eng verbundene Vereinsgemeinschaft, die schon bald das kulturelle Leben in der Gemeinde mitprägte und bereicherte. Die Entwicklung des noch jungen Vereins wurde jedoch durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges jäh unterbrochen. Die schrecklichen Ereignisse zwischen 1939 und 1945 ließen die Instrumente verstummen und forderten weltweit unzählige Opfer. Auch in den Reihen der Musiker des MV Herforst hinterließ der Krieg seine Lücken. Etwa die Hälfte der Musiker kehrte nie nach Hause zurück.

 

Die ersten Vereinsmitglieder.

 

 

Die Mitglieder trugen einheitliche Schirmmützen statt einer Uniform.Es dauerte bis Anfang der 50er Jahre, bis wieder so etwas wie ein Vereinsleben im Herforster Musikverein aufkeimte.

Eine Vereins-Uniform gab es zu dieser Zeit noch nicht: Die Musiker trugen stattdessen einheitliche Schirmmützen und dunkle Kleidung.

Die Instrumenten-Ausbildung übernahm in dieser Zeit meist der Dirigent, an eine musikalische Ausbildung im heutigen Sinne war nicht im Entferntesten zu denken. Nach kurzer Einführungszeit erlangte man seine „Auftrittsreife“ und durfte fortan bei den Auftritten innerhalb des Dorfes und bei den Festen in Nachbargemeinden, zu denen man entweder zu Fuß oder mit Fahrrad anreiste, teilnehmen. Eigene Musikfeste, welche für die Vereinsfinanzierung eine zentrale Rolle einnahmen, wurden ab 1953 durchgeführt. So war in einem Artikel anlässlich des Festes zum 25jährigen Bestehen am 7. und 8. Juni 1958 folgendes zu lesen: „Das Fest nahm einen harmonischen Verlauf, deutsche Volksmusik wird in Herforst gepflegt und gefördert, einer kulturellen Sache wurde gedient und die Kasse wieder gefüllt.“

Im Jahre 1962 übernahm Herbert Endres den Dirigentenstab. Es war vor allem sein Verdienst, dass in den Folgejahren vermehrt junge Nachwuchsmusiker in den Verein integriert werden konnten. Das musikalische Repertoire wurde sukzessive erweitert und die stetig wachsende Anzahl an Musikanten eröffnete neue Möglichkeiten. Zum 35jährigen Jubiläum im Jahre 1967 zählte der Musikverein bereits 30 aktive Musiker.

Die erste „richtige“ Vereinsuniform wurde erst 1976 angeschafft. In den Jahren zuvor hatten die Vereinsmitglieder bei den Auftritten einen roten „Kittel“ mit schwarzer Kordel getragen, was ein wenig an einen Kosaken-Chor erinnerte. Die „Kosakenuniform“ wurde in späteren Jahren noch des Öfteren an Fastnacht genutzt. Die erste Vereinsuniform.

Aber nicht nur das äußere Erscheinungsbild des Orchesters änderte sich. Man begann über die Kreisgrenzen hinaus zu schauen. In der Folge gab der Verein zwei Konzerte in Bad Godesberg, ein Konzert auf der Bundesgartenschau in Bonn und die musikalischen Künste wurden sogar auf Schallplattenaufnahmen „verewigt“.

Ein Tabubruch, zumindest für die damalige Zeit, wurde im Jahre 1979 begangen: Zum ersten Mal wurden weibliche Mitglieder im Musikverein zugelassen. Dies führte zu weiteren Vereinseintritten und somit zu einer beachtlichen Steigerung der Mitgliederzahl.

Auch als 1982 Peter Legrand den Vorsitz übernahm, kam der Nachwuchsförderung ein sehr hoher Stellenwert im Verein zu. So wuchs der Verein Mitte der 80er rasch auf über 40 aktive Mitglieder an. Musikalische Höhepunkte in dieser Zeit waren die Konzerte auf der Grünen Woche in Berlin (1982), auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Trier (1985) sowie ein weiteres Konzert in Bad Godesberg (1985).

Der Verein Mitte der 80er.

Ein schwerer Schicksalsschlag für den Musikverein bedeutete der plötzliche Tod des langjährigen Dirigenten Herbert Endres, der nach kurzer schwerer Krankheit im August 1986 verstarb und dem der Musikverein sicherlich außerordentlich viel zu verdanken hatte.

Das Amt des Dirigenten übernahm Franz-Josef Spang, der zuvor bereits jahrelang das Jugendorchester des Vereins geleitet hatte, sowie als aktiver Mitspieler im Verein tätig war. Er kannte daher bereits bestens die Fähigkeiten der einzelnen Musikerinnen und Musiker und konnte dem Verein schon bald seinen eigenen musikalischen Stempel aufdrücken.
1989 unternahm der Musikverein eine weitere Konzertreise. Dieses Mal ging es nach Buchenberg in den Schwarzwald, wo man ein Kurkonzert darbot, welches auf eine ausgezeichnete Resonanz beim dortigen Publikum und der lokalen Presse stieß.

Anfang der 90er Jahre beschränkte sich der Musikverein bei seinen Konzerten, abgesehen von Auftritten in der Stadt Luxemburg und in Heidelberg, auf Herforst und Umgebung. Man unternahm zwar regelmäßig interessante und teilweise auch „legendäre“ Ausflüge ohne Instrumente, wie z.B. nach Saalbach-Hinterklemm und nach Ischgl (Österreich) oder nach Scheweningen (Holland), welche vor allem die ausgezeichnete Kameradschaft zwischen jüngeren und älteren Vereinsmitgliedern förderte. Die musikalischen Höhepunkte spielten sich jedoch hauptsächlich vor heimischer Kulisse ab. Besonders hervorzuheben ist hier das Konzert zum 60. Vereinsjubiläum im Jahre 1993, die Gemeinschaftskonzerte mit Kirchenchor und Musikverein im Oktober 1994 und November 1999, oder das gelungene Weihnachtskonzert im Dezember 1995 in der Herforster Pfarrkirche.

Schon immer hat der Musikverein durch die Nähe zum Flugplatz Spangdahlem eine besondere Verbindung zu unseren amerikanischen Nachbarn gepflegt. So veranstaltete man als Ausrichter des Heerbischda Festes insgesamt drei Deutsch-Amerikanische Freundschaftsabende (1982, 1997 und 2000). Anfang der 90er durfte man als „einheimische“ Blasmusikkapelle auch ein Oktoberfest auf der Airbase musikalisch mitgestalten.Der Musikverein reist nach Danville, Kentucky!
Amerikanische Mitspieler im Musikverein hat es mehrere während der 75 Jahre des Bestehens gegeben. Ende der 90er/ Anfang 2000 waren es jedoch gleich vier amerikanische Mitbürger, die aktiv im Verein musizierten, einer von ihnen war Glen Wren, ein Musiklehrer der Middle School der Spangdahlem Airbase. Ihm war es zu verdanken, dass der Musikverein Herforst seine beiden außergewöhnlichen Konzertreisen zum Great American Brass Band Festival nach Danville, Kentucky in den Jahren 2000 und 2002 unternehmen konnte. Er stellte die Verbindung her zum Gründer und Präsidenten des Festivals, Dr. Phil. George Foreman, den er schon seit seiner Studienzeit zu seinen besten Freunden zählte. Foreman konnte sich 1999 bei einem mehrtägigen Besuch in Herforst selbst ein Bild vom Musikverein machen und so erhielt man kurze Zeit später ein offizielles Einladungsschreiben zum größten OpenAir-Blasmusikfestival in den Vereinigten Staaten.

Für die Musikerinnen und Musiker des Vereins bedeutete dies natürlich eine ganz besondere Ehre und zugleich auch Herausforderung vor einer solchen Kulisse aufzutreten. Schließlich war man neben 20 weiteren amerikanischen und internationalen Musikkapellen als musikalischer Botschafter der einzige Vertreter aus dem deutschsprachigen Raum. Insgesamt 50.000 Zuschauer verfolgten am Festivalwochenende die Darbietungen der Musikgruppen und stellten somit das größte Publikum dar, vor dem der Musikverein Herforst in seiner bisherigen Geschichte jemals auftreten durfte. Während der beiden USA-Reisen erlebten die Mitglieder des Musikvereins unvergessliche Momente, sowohl auf der Bühne, als auch abseits der Musik.
Besonders glücklich war man natürlich, als die Advocate Brass Band aus Danville, deren Dirigent der Festivalleiter George Foreman war, zu zwei Gegenbesuchen nach Herforst kam und Blasmusik der absoluten Spitzenklasse im Jahr 2000 im Herforster Festzelt und im Jahr 2003 im Herforster Gemeindehaus präsentierte.      

Am Umbau des Herforster Gemeindehaus hatten die Herforster Musiker zuvor in den Jahren 2000 und 2001 maßgeblich mitgeholfen. Das Gemeindehaus bietet nicht nur einen hervorragenden Konzertsaal, in dem der Musikverein alljährlich Konzerte für die Dorfbevölkerung veranstaltet. Durch den Umbau konnte auch ein sehr schöner Proberaum hergerichtet werden, in dem der Musikverein seither beheimatet ist.

Ein ganz besonderer Auftritt in der jüngsten Vergangenheit stand im Jahr 2004 auf dem Programm: Der Musikverein Herforst wurde von den Musikfreunden des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Castrop-Rauxel/ Merklinde nach Castrop eingeladen, um die Feierlichkeiten anlässlich des 100jährigen Bestehens des Löschzuges V Der Musikverein spielt mit dem Spielmannszug Castrop Rauxel/Merklinde in der Zeche Zollern II.aus Merklinde musikalisch mitzugestalten. Schon seit vielen Jahren verbindet die beiden Vereine eine lebendige und herzliche Freundschaft und so war es für den Herforster Musikverein eine besondere Ehre, ein Konzert zum Festakt in der großen Maschinenhalle des Industriemuseums der stillgelegten Zeche Zollern II in Dortmund-Bövinghausen darzubieten und anschließend zusammen mit dem Spielmannszug Castrop-Rauxel den großen Zapfenstreich vorzutragen. In der einzigartigen Atmosphäre der riesigen Halle mit einer atemberaubenden Akustik erntete man sehr großen Beifall von den geladenen Festgästen aus Castrop-Rauxel und verschiedenen Nachbarstädten des Ruhrgebietes.

Im März 2007 legte der 1. Vorsitzende Peter Legrand nach 25jähriger Dienstzeit sein Amt nieder. Als sein Nachfolger wählten die Vereinsmitglieder seinen Sohn Volker Legrand. Ein Großteil der überaus positiven Vereinsentwicklung des vergangenen Vierteljahrhunderts hat der Verein sicherlich dem unermüdlichen und selbstlosen Einsatz von Peter Legrand zu verdanken. Im Mittelpunkt seines Tun und Schaffens standen stets die Förderung und Pflege der Kameradschaft zwischen und innerhalb der Generationen im Verein sowie der Erhalt der wirtschaftlichen Tragfähigkeit. Beides ist ihm in hervorragender Weise gelungen und so dankte man ihm für die geleistete Arbeit mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden.
Der Musikverein zählt derzeit 62 aktive Musikerinnen und Musiker und damit die höchste aktive Mitgliederzahl, die es je in der Vereinsgeschichte gab.

 
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